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Deutliches Votum

Ein Ja war zu erwarten, nachdem sich der Stadtrat und fast alle Fraktionen im Grossstadtrat dafür aussprachen. Mit 75,66 % fiel das Verdikt der Abstimmenden der Stadt Luzern für die Initiative zur Rettung der ZHB nun sehr deutlich aus. Damit ist der Weg frei, um die Sanierung der baufälligen Bibliothek im Vögeligärtli endlich auszuführen. Den Plänen zum Abriss des schutzwürdigen Gebäudes und eines überdimensionierten Neubaus, in dem auch das Kantonsgericht Platz finden sollte, erteilten die Stadtbürger eine klare Absage.

ZHB_Bibliot_4A59270ADer Kantonsrat ist aufgefordert, nun endlich seine Blockadepolitik aufzugeben. Es lag und liegt ein Sanierungsprojekt vor, das 2011 auf die lange Bank geschoben wurde, obwohl mehrere Räume aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden dürfen (siehe damaliger Beitrag). Statt später darauf zurückzukommen, votierte eine äusserst knappe Mehrheit im Kantonsrat 2013 für die Neubau-Pläne. Doch fanden sich keine Architekten, die gewillt waren, in der Jury mitzuwirken. Mit der Volksabstimmung steht nun zweifelsfrei fest, dass die Stadtbevölkerung die Zwängerei der Kantonsrats-Mehrheit ablehnt. Dieser steht es gut an, nun den Volksentscheid zu respektieren und die Sanierung der Bibliothek zügig voranzutreiben.

Eine Gratulation geht an die Grünen der Stadt Luzern, die letztes Jahr eine Initiative lanciert und rasch gesammelt hatten. Mit ihr haben sie es ermöglicht, dass die Stadtbevölkerung ihre Meinung in dieser Angelegenheit ausdrücken konnte. Die Grünen des Kantons Luzern freuen sich, dass in diesem Kanton (hoffentlich) weiterhin ein gutes bibliothekarisches Angebot sicher gestellt wird und im Hauptort ein kulturhistorisch wertvolles Gebäude und ein Naherholungsgebiet im Stadtzentrum erhalten bleiben können.

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Lasst ihnen ihre Schule!


Unterschied zwischen meinem Geburtsjahr 1980 und heute: Damals sangen Schüler in der ganzen Welt, dass sie keine Erziehung bräuchten. Heute singen sie für eine Schule, konkret die Kanti Musegg.

Worum geht’s? Das Gebäude der Kantonsschule Musegg Luzern gehört der Stadt Luzern – früher war dort das städtische Lehrerinnenseminar, doch die neue Schule wird seit 1997 vom Kanton geführt. Daher bezahlt der Kanton der Stadt als Liegenschaftsbesitzerin jährlich mehrere Millionen Franken Miete. Was jahrelang akzeptiert war, soll nun plötzlich zu viel sein und dem Sparstift zum Opfer fallen.
Lieber Luzerner Bildungspolitiker, findet doch bitte eine konstruktive Lösung. Es ist doch ohnehin seltsam, wie viele Millionen da zwischen den Staatsebenen hin- und hergeschoben werden. Wie wäre es im konkreten Fall mit einer Flurbereinigung, vielleicht einem Gebäudetausch? Es ist doch sicher nicht zielführend, wegen einem an sich technischen Problem die Existenz einer ganzen Schule aufs Spiel zu setzen. Bildung finden doch alle gut, oder etwa nur, wenn sie möglichst wenig kostet?

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