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Bildung nicht privatisieren

20140404_StipGes_WebFrontDie Befürworter des neuen Stipendiengesetzes argumentieren gern mit Arzttöchtern, die vom Staat Stipendien bekämen. Als Studienberater habe ich nie ein solches Beispiel erlebt, aber oft das Gegenteil: Viele Eltern erhalten keine Stipendien, selbst wenn mehrere ihrer Kinder in Ausbildung sind. Unterstützungsleistungen auf diejenigen zu beschränken, die es am nötigsten haben und die ohne sie nicht studieren könnten, geht in Ordnung. Jedoch leuchtet nicht ein, warum bei einer steigenden Zahl von Auszubildenden und Studierenden der Gesamtbetrag der Unterstützungen beim heutigen Betrag eingefroren wird. Ohne dazu zu stehen, wird einmal mehr bei der Bildung gespart.

Ganz entschieden lehne ich die Luzerner „Innovation“ ab, Studierende an die Meistbietenden auszuliefern. Bei Zinsraten bis 9% werden Studierende zu Investitionsobjekten, die möglichst bald rentieren müssen. In diesem kurzfristigen Denken sind nur Ökonomen oder Juristen lukrativ. Wenn Private Studierende mit Darlehen unterstützen wollen, dürfen sie das zwar gerne tun. Der Staat steht aber in der Pflicht, für ein gutes Bildungswesen und einen gerechten Zugang für alle zu sorgen. Diese Aufgabe darf er nicht privatisieren. Es soll nicht soweit kommen, dass die freie Studienwahl nur noch für Auszubildende aus besseren Verhältnissen gilt. Darum sage ich entschieden Nein zu diesem Luzerner Stipendiengesetz.

Als Leserbrief erschienen im Willisauer Boten vom 13. Mai 2014

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