Baden verboten – Ängste schüren und Rassismus anheizen

Das «Badiverbot», das den Asylbewerbern einer Unterkunft in Bremgarten auferlegt wurde, sorgte in dieser Woche für einige Schlagzeilen. Der Gemeinderat der Aargauer Gemeinde und das Bundesamt für Migration argumentierten, es gehe um den Schutz der lokalen Bevölkerung und besonders der Kinder. Aha. Und wovor genau? Inwiefern ist ein badener Asylbewerber eine Gefahr? Den Bock schoss das violette Pendlerblatt ab. Am Dienstagabend brachte es einige befragte Personen in Bremgarten mit Bild, die allesamt die Massnahme ablehnten*, womit der schwarze Peter an den Behörden hängen blieb. Offene Bevölkerung – paranoide Behörden? So einfach kann es wohl nicht sein. Und prompt ritt auf der letzten Seite der wütende alte Mann eine Attacke gegen Menschen schwarzer Hautfarbe, die in Zürich badeten und die er allesamt als Drogendealer zu Kriminellen erklärte.

Die Massnahmen seien eine Reaktion auf Ängste der Bevölkerung, heisst es allenthalben in solchen Fällen. Doch werden dieselben Ängste durch den Dauerdiskurs über angebliche Gefahren und die Massnahmen zu ihrer Abwehr immer weiter hochgeschaukelt. Systematisch werden alle Asylsuchenden in die Nähe von Kleinkriminalität, Drogenhandel und sexueller Delikte gestellt. Gewiss gibt es Fälle, wo dies zutrifft. Doch die pauschale Verurteilung führt zu einer hasserfüllten Stimmung gegen alle, die in unser Land reisen. Selten zuvor hatten Asylbewerber einen derart schlechten Ruf wie heute. Könnte es daran liegen, dass es heutzutage vor allem um Migranten aus Afrika geht? Wenn man das Gerede für bare Münze nimmt, dann sind es Drogendealer, Sittenstrolche und allgemein unzivilisierte Horden. Für eine solche pauschale Zuschreibung negativer Merkmale an eine Gruppe von Menschen gibt es nur einen Fachbegriff: Das ist Rassismus und nichts anderes.

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