Ein neuer Lieblingsfeind

Natalie Rickli, eine der wenigen Frauen im SVP-Herrenclub, drescht auf ein neues, altes Lieblingsfeindbild ein: die angeblich ach so linke SRG. Konkret flucht sie gegen die Billag-Gebühren, denn mit 462 Franken bezahlten wir Schweizer “die höchsten Radio- und Fersehgebühren in Europa”. Rickli und ihre Mitstreiterin begründen ihre Forderung nach tieferen Gebühren – “200 Franken sind genug” – mit einer völlig überdrehten Rhetorik: Dass auch Handy- und PC-Benutzer sowie Firmen Gebühren bezahlen, ist für sie “Gebührenterror”; dass alle bezahlen, auch solche, die keine SRG-Programm konsumieren, “ein Skandal sondergleichen”; die Internetsite heisst “Gebührenmonster” und sie will dem “Gebührenwahnsinn” Grenzen setzen. Es ist eine grassierende Unsitte, alles und jedes als “Terror” oder “Skandal” zu etikettieren. Diese Verluderung der (politischen) Sprache untergräbt das Mitgefühl mit den Opfern des wirklichen Terrors und die Aufarbeitung der tatsächlichen Skandale.

Gebührenterror - simples Rezept: Entrüstung ernten, Wahlstimmen säenZu ein paar Punkten im Forderungskatalog: Dass neu nicht mehr geprüft wird, wer ein TV-Gerät hat, und einfach alle Fernsehgebühren bezahlen, ist zwar nicht nett aber durchaus sinnvoll: Schliesslich können heute praktisch alle Handys TV- und Radioprogramme abspielen und davon sowie von Podcasts machen sehr viele Gebrauch. Tatsächlich sind die Schweizer Radio- und Fernsehgebühren hoch, aber von Terror kann keine Rede sein. Vielmehr sind die etwas höheren Gebühren Ausdruck des Schweizer Föderalismus, der sonst von den gleichen Kräften immer hochgehalten wird. Alle Landesteile und Sprachregionen sollen mit guten Radio- und Fernsehprogrammen versorgt werden. Qualitativ hochwertige und politisch neutrale Medien sollten uns etwas wert sein, oder wer möchte lieber Seichtschwachsinn à la Berlusconi? Wer der SRG den Geldhahn kappt, riskiert dass nach den Print- auch die wichtigsten elektronischen Leitmedien zu reinen Kommerzbetrieben werden, die das Publikum meistbietend an die Werbeindustrie (für blöd) verkaufen. Der freie Markt würde sicher zu einem guten Angebot in Zürich führen – aber die Minderheitengebiete und Randregionen vernachlässigen. Die SRG pflegt dagegen den guten Service Public oder, wie sie es lieber nennt, die “Idée Suisse”.

Rickli und Konsorten beherrschen die populistische Masche: Scheinprobleme aufbauschen und Feindbilder bewirtschaften, um damit die wirklich grossen Probleme zu verdrängen. In diesem konkreten Fall können sie auf die Sympathie aller zählen, die sich schon über die hohen Gebührenrechnungen geärgert haben. Und sicher jeder hat schon mal am Nutzen einer Fernsehsendung gezweifelt, sei es Satire, Sternstunden, überteurte Sportevents, Glanz und Gloria oder eine Überdosis Sven Epiney. Doch die Radio- und Fernsehprogramme der SRG bieten eben enorm viel und für alle Geschmäcker einiges. Die Petition fordert: “Das Parlament muss eine Regelung erlassen, dass Personen bzw. Haushalte und Firmen, welche nachweislich weder Radio noch Fernsehen konsumieren, von der Gebühr befreit werden.” Wie soll das nachgewiesen werden? Damit würde eine riesige Kontrollbürokratie nötig. Mit Sätzen wie “Seit 2010 werden auch Gewerbebetriebe und KMU abgezockt. Und dies, obwohl in den Gewerbebetrieben kein Fernsehen geschaut, sondern einfach gearbeitet wird”, werden billigste Ressentiments abgerufen: Hier die guten Wirtschaftsbetrieben, wo noch “richtig” gearbeitet wird (Banken, Fabriken, Schreinereien…) und dort die angeblich elitären Werbe- oder Forschungsinstitutionen, wo manchmal auch Fernsehen zur Arbeit gehören kann. Leute wie Rickli, die einmal offen eingestanden hat, ihr sei ein guter Lohn (für sich allein) wichtiger als der Umweltschutz (für alle), haben sicher keine Probleme mit 460 Franken pro Jahr.* Der Riesenaufschrei verdeckt die wirklich interessanten Fragen. Eine davon wäre: Warum wird eigentlich immer mehr über Gebühren und Kopfprämien finanziert? Könnte es etwa wegen den dauernden Steuersenkungen sein? Billag-Gebühren sind für alle gleich hoch – zahlbar pro Haushalt. Ein Rentner oder eine Studentin mit einem einzigen Fernseher zahlt also gleichviel wie eine Grossfamilie mit 10 Empfangsgeräten. Wie gerecht ist das?
* Am Tag darauf habe ich noch erfahren, dass Rickli eine Zeitlang im SRG-Regionalrat sass – gegen gutes Geld. Wie glaubwürdig sind solche Politikerinnen?

460 Franken tönt nach viel – gerade wenn man es neu auf einmal bezahlen muss. Tatsächlich sind aber 38.30 Franken pro Monat auch wieder nicht so viel, verglichen mit anderen Budgetposten: Manche verplaudern mehr Geld während sie gehen oder Zug fahren, die Krankenkassenprämien sind schon für eine Person mitunter zehnmal so hoch, von den hohen Wohnungsmieten gar nicht zu sprechen. Wo ist die SVP, wenn in diesem Bereich etwas unternommen werden soll? Tatsächlich ist die Scheinempörung über die hohen Billag-Gebühren nur ein billiger Trick, mit der sich die gleichen Interessenvertreter, die jede konsumentenfreundliche Regelung ablehnen, als volksnah inszenieren. Höchst ideologisch ist ihr eigentliches Feindbild die SRG selbst, erst recht seit sie sich durch den neuen Generaldirektor Roger de Weck verkörpern lässt. Dass dieser jahrelang offen zu seiner Meinung stand, dass ein EU-Beitritt der Schweiz sinnvoll wäre und nicht wie so viele andere einen Rückzieher gemacht hat, verzeihen ihm die Rechten nie. Weck gilt für diese Leute ergo als extrem links und diese Wertung überträgt sich dann 1:1 auf die SRG. Dabei blieb Weck vermutlich nur seiner liberalen und weltoffenen Grundhaltung treu, während das politische Koordinatensystem der Schweiz unter Führung der SVP ständig weiter nach rechts rutschte (das sollte Michael ‘Smartspider’ Herrmann mal untersuchen). Dass die SRG links wäre, ist ein uraltes Märchen, das nicht wahrer wird, wenn man es immer wieder behauptet. Im Gegenteil, penibel bemüht sich die SRG in ihren Sendungen um politische Ausgewogenheit und sie bot selbst extremen Meinungen immer wieder ein Forum. Der Aufstieg der SVP zur stärksten Partei der Schweiz verdankt sich auch der “Arena”, die eine perfekte Plattform bot für ihre schwarz-weisse Feindbild-Politik. Aber eines muss man ihr lassen: Sie weiss, wie die Medien heute funktionieren. Das beweist diese Petition. Wettere laut und deftig gegen die SRG und flugs schreiben alle SRG- und Nicht-SRG-Medien über diese hanebüchene Forderung, widmen ihr wohl gerade eine “Arena” oder einen “Club”. Und sogar in diesem Luzerner Blog wird die Winterthurerin erwähnt. Genug jetzt damit.

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25 Gedanken zu „Ein neuer Lieblingsfeind

    1. Renkewitz Paul

      Aus den Reaktionen des Publikums geht hervor, dass offenbar die Allermeisten nur noch die “Mega-Glotze” nutzen und sich über den TV-Schrott entsetzen. In diesem Umfeld konnten die massgebenden Stellen (Bundesrat und Bundesämter im Verbund mit der SRF (ehemals SRG)) dem Schweizervolk seine mit Hörgebühren bezahlten, erneuerten Rundfunksender – mit einem Neuwert von etwa 250 Mio. SFrs. ohne Gebäude, Infrastrukturen und Umland – still legen. Das Schweizervolk ist mit der miserablen physikalischen Qualität (Wellenausbreitung) vom UKW (FM und DAB) offenbar vollauf zufrieden. Ich bin es jedenfalls nicht: kein verlässliches, stabiles schweizerisches Radio mehr im Auto innerhalb und ausserhalb der Schweiz. Auf meinen Autofahrten höre ich nur noch ausländische Rundfunksender.
      Alleine die Abschaltung der schweizerischen Rundfunksender rechtfertigt eine Halbierung der Gebühren. Dazu kommen gewaltige Fehlinvestitionen der SRF im technischen Bereich, wovon das breite Publikum keine Ahnung hat. Jede Bananenrepublik hat ihren Rundfunk. Die Schweiz ist zum Rundfunk-Notstandsgebiet verkommen.
      Paul Renkewitz
      Geroldswil

  1. Chris

    Es scheint also wollen die einen die SRG ganz abschaffen.
    Die anderen wollen, dass die SRG nur Service Public (Info, Kultur) hat.

    Das ist schon eine spezielle Ansicht. Überall in Europa bietet der “staatliche” Sender Mainstream und eben Service Public.

    Zudem denke ich: Sehr kurzsichtig. Was würden die Leute wohl sagen, wenn der Sport bei Teleclub landet? Ich sehe die Leserbriefe im Blick schon.

  2. roland von niederhäusern

    sorry, aber dieser blog ist so komisch, ich konnte nur abschnitsweise lesen!!! bei so einem bericht voller vorurteile der svp gegenüber, kommt mir die galle hoch!! ich kenne sie nicht herr fischer, aber sind sie wirklich in der politik tätig? ihr blog tönt wie linkes stammtisch gehäule!! schrecklich!!!

  3. rick rickli

    sehr geehrter herr fischer
    obwohl ich ihre meinung bez. der rhetorik von frau rickli z.t. teile (wobei dies bei svp-exponenten jetzt wahrlich nichts neues ist), ist es doch nichtsdestotrotz so das ich mit dieser gebühr für etwas bezahlen MUSS, das ich zu grossen teilen nicht goutiere/wünsche/konsumiere.
    ich finde mit meinen steuern mache ich genau dies schon zu genüge. leuchtet mir ein das dies ein notwendiges übel ist und wohl zu meiner “bürgerpflicht” in diesem land gehört, allerdings finde ich, man könnte an der umsetzung/form arbeiten.
    wieso nicht ein angebot – wie von ihnen beschrieben – mit bizeli seichtschwachsinn (inkl. Sternstunden, überteurte Sportevents, Glanz und Gloria und eine Überdosis Sven Epiney), das dann aber durch werbung finanziert wird? die leute die sich dann einen sven u.ä. antun wollen, können ihn dann durch die werbeblöcke gleich “selber finanzieren”. wär doch super!?
    parallel könnte man dann einen kanal betreiben (ähnlich SFinfo) der schwergewichtig service public bietet und für den wohl die 200.- (die besser sowieso mit den steuern – von jedem – entrichtet werden sollten) dann reichen müssten. denke mal sind nicht sendungen wie die tagesschau, arena oder der club, die gebühren verschlingen.
    so ein sender hätte WIRKLICH seine daseinsberechtigung (service public) und würde wohl von mehr leuten getragen werden als zur zeit hinter dem aktuellen konzept stehen/dieses befürworten.
    so oder so; der ganze verwaltungs-apparat usw der billag – wurde an anderen stellen zu genüge erläutert/diskutiert – ist doch recht kostenverschlingend. ist es so daneben dieses thema mal anzuschneiden, zu diskutieren? frau rickli aufgrund ihres vorstosses “hanebüchene forderungen” zu unterstellen finde ich irgendwie… naja… fast ein wenig SVP-like finden sie nicht?
    oder geht es ihnen evtl. am ende auch nicht primär um die sache (wie sie frau rickli – übrigens mit mir nicht verwand oder verschwägert – vorwerfen) und sie möchten einfach ein wenig SVP-bashen?
    auf eine antwort wäre ich sehr gespannt…

    1. Raffael Artikelautor

      Sehr geehrter Herr Rickli
      Sie sagen es, mit Steuern bezahlt man auch manches, was man selbst nicht benötigt, was aber zu den Staatsaufgaben gehört (nach Auffassung des Parlaments). Genauso bezahlen Sie nun SRG-Gebühren, auch wenn Sie zu den wenigen gehören sollten, die tatsächlich keinen einzigen Radio- oder TV-Sender nutzen. Sie haben Recht: Wir bezahlen ja schon Steuern. Ich würde es absolut bevorzugen, wenn die SRG über die direkte Bundessteuer finanziert würde und wir uns so den Billag-Aufwand sparen könnten; das wäre auch gerechter, denn so würden der arbeitslose Student und die arme Rentnerin nicht gleich viel bezahlen wie eine gut verdienende Bankangestellte. Aber ich vermute, dass die gleichen Leute, die jetzt diesen Gebührenterror-Aufstand initiieren, genau dagegen waren/sind. Es war ja wohl ein Parlamentsentscheid, durch den seinerzeit die Billag eingeführt wurde…

      P.S. Mit ihrem Kommentar gab es evtl. ein technisches Problem, bei den < stimmt doch was nicht ganz? Wenn Sie es mir nochmals zuschicken, korrigiere ich es gern.

      1. rick rickli

        danke für die schnelle antwort!
        tatsächlich wurde mein kommentar krass “beschnitten”! bin nicht so der blog-kommentator und habe wohl die falschen anführungszeichen verwendet… hier nochmal ein versuch: … [Kommentar wurde angepasst; Anm. RF]
        zu ihrer antwort noch:
        ich nutze sehr wohl die tv-angebote, auch von der SRG. allerdings empfinde ich eben diese oben von mir beschriebene “problematik” der auswahl des contents für den ich bezahle, als persönlich sehr störend.
        wäre mit dem geforderten “service public” einverstanden, empfinde ihn sogar als nötig und würde diesen auch gerne mit finanzieren (gerne auch für andere sprachregionen). anders sehe ich dies eben bei diversen sven-shows, miss wahlen, sehr teuren sport-übertragungen usw. diese sollen doch bitte mehr auf marktüblichem wege (werbung) und weniger über mein portemonnaie bezahlt werden.

      2. Meinereiner

        morgen

        Ich würde es absolut bevorzugen, wenn die SRG über die direkte Bundessteuer finanziert würde und wir uns so den Billag-Aufwand sparen könnten

        Die kantonalen Steuerverwaltungen ziehen die Bundessteuer ein. Dafür erhalten sie vom Bund 17% der eingezogenen Steuerbeträge als Aufwandsentschädigung. Zum Vergleich, die Billag erhält rund 4%.

  4. Sebastian Dändliker

    Vielen Dank für Ihren Text! Grundsätzlich bin ich mit der Analyse einverstanden, möchte aber in einem Punkt vehement wiedersprechen: Die SRG ist weder “ausgewogen” noch macht sie “service public”.

    Ich zum Beispiel bin strikt dagegen, dass in öffentlich-rechtlichen Sendegefässen Religionen und Hokuspokus (z.B. Astrologie, Alternativmedizin) oder sogar Fundamentalismus jeglicher Art Platz gegeben wird und bin nicht bereit, solche Gefässe zu finanzieren. (Ich halte solche Dinge für weitaus “schädlicher” oder “blöder” als durch Werbung finanzierte Kommerz-Unterhaltung. Mit den Billag-Gebühren kann ich als Gebührenzahler aber keinerlei Einfluss darauf nehmen, was die öffentlichen Sender produzieren. Die Tagesschau und Meteo besitzen kaum mehr Informationsgehalt, die Unterhaltungssendungen sind fragwürdig. Extremen Meinungen Platz zu geben hat wenig mit Qualität zu tun. Beim Radio ist es ähnlich. Neben einer winzigen Musikauswahl mit eingeschränktem Stil (trotz “Musikredaktion”) und sehr wenig Informationsübermittlungen und einem völlig veralteten Verkehrsinformationssystem bieten diese Sender vor allem Blabla. Dass die SRG “links” sei stimmt natürlich tatsächlich nicht – aber ich empfinde sie auch nicht als unparteiisch oder “neutral”.

    Und auch das Argument mit den “Randregionen” neben Zürich kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn wie oft werden heute tatsächlich Themen aus Randregionen oder ländlichen Gebieten gesendet, wenn nicht gerade die SVP dort aktiv ist oder die Bauern streiken oder Hochwasser die nationalen Verkehrswege behindern? Habe schon lange nichts mehr von meinem Kanton in einem öffentlichen Sender gehört oder gesehen – es sei denn es ging um Bundespolitik oder Abstimmungen. Und ich lebe im Kanton Basel-Landschaft, welcher mehr Einwohner als Basel-Stadt hat. Aus der französischen und italienisch-rätoromanischen Schweiz hört man noch weniger 🙁

    Zudem handelt es sich wohlgemerkt um eine Petition und nicht um eine Volksinitiative o.ä. und ob man dieser wirklich die von Ihnen aufgewandte Aufmerksamkeit schenken muss, ist die andere Frage – immerhin ist schon wieder vielerorts von Wahlen die Rede. Des Weiteren sind “linke” oder “grüne” Petitionen selbstverständlich im selben Bereich der Rhetorik anzusiedeln und da Sie Wörter wie “Verluderung” und “Unsitte” benützen gehe ich davon aus, dass dies eigentlich auch für Sie nicht primäres Thema ist… oder?

    Fazit: Ihre Kritik ist angebracht und richtig – aber die Staatsmedien sind keineswegs das, zu dem sie sich selbst immer wieder hochstilisieren.

    1. Raffael Artikelautor

      Danke für Ihren Kommentar. Ob die Petition den Aufwand wert ist, fragte ich mich auch bald danach. Tatsache ist nun aber, dass ich noch auf keinen meiner bisherigen Posts soviele Reaktionen bekommen habe wie auf diesen. Mit etwas Verzögerung (ca. einer Woche) kommen nun fast im Minutentakt Reaktionen – darunter gerade vorher auch eine, die ich aufgrund des beleidigenden Tons nicht freigeben will.

      1. Sebastian Dändliker

        Dass Sie nun so viele Reaktionen erhalten, hängt wohl damit zusammen, dass die Facebook-Gruppe “Gebührenmonster” den Artikel mit dem Kommentar “Kritische Stimme von Raffael Fischer – mitdiskutieren erwünscht:” gepostet hat…

        Beste Grüsse!

  5. Egon Widmer

    Solidarität….aus diesem grund wohl, soll man diese Billag (die nichts anderes als ein neuer Steuervogt des Bundes ist) gesamtheitlich finanzieren. Da pfeiff ich drauf, auf diese Möchtegernsolidarität. Den ganzen Mist haben wir bei den Krankenkassenprämien und vielem mehr. Gesetze werden einfach ohne Zustimmung des Volkes eingeführt…Beispiele dafür gibt es mehr als genug (Autobahnvignette) mit scheinheiligen Begründungen. In der Schweiz herrscht echt Gebühren und Steuernterror. Und das neue Kind des Staates diese Billag gehört absolut eingestampft.
    Und ich meinerseits: Ich höre weder SRG noch sehe ich diesen Schwachsinn. Also Gesetz hin oder her. Bezahlen werde ich diese Billag auf keinen Fall.

  6. Schneider

    Herr Fischer gehört vermutlich zu jenen Personen, die genug Geld im Sack haben…..sollte er wirklich auch noch Politik machen…wird er vom Volk bezahlt. Gott sei Dank gibt es eine SVP…..das sind keine Wendehälse…..

  7. Luz von Thales

    Ich habe keinen TV und höre kein Radio. Die SRG belegt 70% der Frequenzen im UKW Band und will nun auch noch das ganze Internet für sich pachten. Das ist eine verdammte Schweinerei. Der Internetuser kann ja nix dafür wenn die SRG ihre Programme unverschlüsselt und gratis verbreitet. Der Monopolist SRG konkurriert mit dem DRS Regionaljournal die lokalen Radiostationen welche von den Gebührengeldern praktisch nix sehen. Für einbisschen Service Public wird jährlich ein Budget von 1,5 Mia Franken im Gebührenmonster vernichtet und der Moloch schreibt immer noch rote Zahlen. Die SRG betreibt inzwischen 18 Radio- und 8 Fernsehprogramme (Tendenz steigend). Es wäre also durchaus mal angebracht statt stetig nach mehr Geld zu lechzen, endlich mal 50% der Programme zu streichen und dafür die lokalen Sender zu fördern. Was ist eigentlich Service Public? Für mich: Nationale und Internationale News, Information der Bevölkerung in Kriesenfällen, Übertragung von Ereignissen mit Nationalem Interesse. Während der restlichen Sendezeit kann von mir aus das Testbild aufgeschaltet werden. Für Spielfime gibt es Video-on-demand und für Regionale Infos die lokalen Sender. Basta

  8. Ruedi K

    Werter Herr Fischer,
    das ganze tönt wie ein schlechter Witz – oder bestenfalls Real-Satire.
    Die Billag-Rechnungen sind Raubrittertum pur; deren Direktor allein “arbeitet” für die Traumgage von
    Fr. 330’000 im Jahr.
    TV-Konsumenten kommen in den Genuss der Informationen aus Bundesbern, deren Gehalt auch nicht über alle Zweifel erhaben sind.
    Zudem werden wir mit Reklame à discretion zugeschüttet.
    Und dafür solten wir noch bezahlen ? … und erst noch soviel ?
    Ich werde die Initiative umgehend unterschreiben – obwohl “TV-Konsum” gratis sein müsste !!!!!
    Falls Sie wirklich der Meinung sind, die SRG-Darbietungen sind das Geld wert, dürfen Sie ruhig meine
    Rechnung bei der Billag bezahlen ….
    Leider wurde es nötig, dass eine Partei wie die SVP gewisse Missstände aufdeckt und dem arbeitsamen
    Volk die Augen öffnet. Deswegen hat diese Partei auch guten Erfolg – oder mehr Erfolg als Ihre, sorry !
    MfG
    Ruedi K.

  9. M. Asgari

    Die Sendung “Schweizer Supertalent” zeigt wieder einmal dass unsere Gebühren stillos verbraten werden. Peinlich wie man versucht alles den Deutschen nach zu ahmen. 3 C-Promis als Jury-Mitglieder, und ein Haufen talentlose die auf der Bühne den Affen machen. Ich hab keine Lust für diesen Mist Geld zu “spenden”! Sendungen wie Arena, Club, 10 vor 10, Kassensturz usw finde ich gut und nützlich, aber bitte keine teuren Ami-Serien, Spielshows und peinliche Talentwettbewerbe! Diese werden ja schon von den Privatsendern ausgestrahlt. Also, runter mit den Gebühren! Ich persönlich würde lieber mehr für die Autobahnvignette bezahlen als die momentane SRG maßlos zu supporten!

  10. Pascal

    So generell wie du das schreibst, kann man das leider nicht sagen. Ob 462.- zu wenig oder zu viel ist, hängt immer von der Position ab, von der man die Sache betrachtet. Mir gefällt nicht was SF sendet für mich ist es darum zu teuer. Wenn nun eben eine Mehrheit ebenso denkt. Dann muss die Minderheit das akzeptieren (lernen). So wie es aussieht wird die Initiative locker auf die nötigen 100’000 Unterschriften kommen. Dann wird an der Urne entschieden ob 462.- für die Mehrheit zu teuer sind. 462.- für ein ausgeglichenes Programmangebot zu bezahlen ist löblich. Wenn die Mehrheit dies aber nicht will dann ist das ebenfalls zu akzeptieren. … Ich möchte ja auch ein günstigeres SBB GA … habe aber akzeptiert, dass die Mehrheit dies nicht für mich bezahlen will.
    Aber wie auch immer, du beginnst einen Satz mit “Rickli und Konsorten …” das ist eine typische Wortwahl eines schlechten Verlierers. Wenn die Initiative durchkommt bleiben dir zum Glück jährlich noch 262.- für Taschentücher zum Tränen abwischen.

    1. Raffael Artikelautor

      Vielen Dank für dein Mitgefühl, aber ich muss keine Tränen abwischen. Das Anliegen wird so nicht durchkommen, denn es wird keine Volksabstimmung geben, weil es gar keine Initiative ist, für die da gesammelt wird. Bei einer Petition können auch 200’000 Unterschriften gesammelt werden, aber niemand kontrolliert deren Echtheit.
      Frag mal “Rickli und Konsorten”, warum sie es nicht ernst meinen und wirklich eine Volksinitiative lancieren, wie sie das schon vor zwei Jahren vollmundig versprochen haben. Vielleicht, weil sie ahnen, dass eine solche Vorlage doch kein Spaziergang würde, oder vielleicht eben, weil sie es schlicht nicht ernst meinen und das Ganze nur ein billiger Wahlkampfschlager für die bürgerlichen Jungparteien ist. (Die sind übrigens gemeint mit den “Konsorten”.)

  11. Ursula

    Wenn mich der Staat dazu verknurrt, für ein völlig überflüssiges Konsumgut das ich mir eigentlich gar nicht leisten kann, 462 Fr. zu bezahlen, bedeutet das bei einem Monatslohn von Fr. 1500 ganz konkret: Entweder sich die Gebühr vom Essen absparen oder deswegen ganz auf das 100x wichtigere Internet verzichten zu müssen!
    Ausgerechnet wegen diesem Steinzeit-Sender werde ich wahrscheinlich noch in die Fänge der Sozialhilfe-Mühle geraten!

    Wenn ich bei TV-Besitzern auf Besuch bin, laufen dort unter dem Label SF DRS praktisch nur peinliche Spielshows, niveaulose, seichte Unterhaltungssendungen, billigste C-Movies, oder dann dreschen sich ein paar unterbelichtete Politiker oder andere Machtbolzen am runden Tisch verbal die Köpfe ein.
    Kultur kann man solchen Schwachsinn beim besten Willen nicht nennen!

    Falls gewisse Politiker unbedingt diese Gratis-Plattform brauchen um ihre Profilierungssucht auzuleben, dann sollen sie sich diese gefälligst mit Werbung sponsoren lassen und nicht uns finanziell Schwächeren bis aufs Blut auspressen!

    Mein ganz persönlicher Eindruck: Der sogenannte “Service Public” wird gezielt als Mittel zur Volksverdummung missbraucht. Der Bürger soll offenbar mit seichter Unterhaltung völlig zugedröhnt und dadurch vom eigenständigen, kritischem Denken abgehalten werden.
    Abhängige TV-Junkies lassen sich halt viel leichter zu gefügigen Produktions- und Konsumsklaven dressieren, als mündige Menschen welche selber Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen recherchieren, um sich eine fundierte eigene und vielleicht sogar kritische Meinung zu bilden.

    Es ist himmelraurig dass heute ausgerechnet die konservative $VP in vielen Anliegen den Puls der Unterschicht offenbar besser fühlt, als die elitären “Sozialdemokraten”.

    1. Raffael Artikelautor

      Danke für Ihren wichtigen Input. Wegen den 462 Franken sollten Sie nicht in die Sozialhilfe geraten, das finde ich falsch. Und wenn doch, dann ist daran aber nicht die Billag schuld, sondern die anderen hohen Kosten, die ich erwähnt habe: Miete, Heizung, Krankenkasse, die ein Mehrfaches betragen. Das Grundproblem bleibt aber: Warum haben Sie nur 1500 Franken pro Monat zur Verfügung? Würden wir nicht lieber zusammen etwas gegen solch skandalös tiefe Löhne unternehmen, als über das Fernsehen zu fluchen? Unterschreiben Sie doch jetzt die Mindestlohninitiative – sie fordert, dass Arbeit sich (wieder) lohnt. Die Rechten von der $VP klopfen nur ähnliche Sprüche, kürzen aber tatsächlich immer bei Sozialausgaben und gezielten Entlastungen (z.B. Prämienverbilligung). Zum Leidwesen von Betroffenen wie Ihnen. Aber leider erkennen das zu wenige von der sog. “Unterschicht” und wählen diese Partei auch noch.

    2. Meinereiner

      Zitat aus der Website des bakoms:

      Eine Anmeldung bei der Billag AG für den privaten Empfang von Radioprogrammen via Internet ist gemäss der am 1. September 2008 in Kraft getretenen Regelung erforderlich, wenn:

      * der Haushalt über einen Empfang via ISDN- oder Breitbandanschluss (z.B. ADSL, Kabelnetz) verfügt;
      * eine entsprechende Software (z.B. Mediaplayer, Realplayer) den Empfang ermöglicht.

      Wenn dies der Fall ist und keine anderen Radiogeräte im Haushalt vorhanden sind, besteht eine Meldepflicht für den Empfang von Radioprogrammen.

      Eine Anmeldung bei der Billag AG für den privaten Empfang von Fernsehprogrammen via Internet ist gemäss der am 1. September 2008 in Kraft getretenen Regelung erforderlich, wenn:

      * der Haushalt über einen Breitbandanschluss (z.B. ADSL, Kabelnetz) verfügt;
      * eine entsprechende Software (z.B. Mediaplayer, Realplayer) den Empfang ermöglicht;
      * der Haushalt ein kostenpflichtiges Abonnement für den Empfang von Fernsehprogrammen abgeschlossen oder sich bei einer Anbieterin registriert hat, die kostenlos Zugang zu Fernsehprogrammen gewährt.

      Wenn dies der Fall ist und keine anderen Fernsehgeräte im Haushalt vorhanden sind, besteht eine Meldepflicht für den Empfang von Fernsehprogrammen.

      Hier könnte sich einen Möglichkeit auftun Ursula. Vielleicht mal die Situation abklären und dann mit der Billag Kontakt aufnehmen?

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