Nutzlos und teuer?

Das Corpus delicti ist rechteckig, weiss und ca. 10×5 cm gross. Der Kleber schreit: “Nutzlos und teuer. Deshalb am 13. Februar 2011 NEIN zur Waffen-Initiative”. Aha, die Kampagne der Gegner hat also eingesetzt. Und wie immer wenn Not am Mann (und der Frau) ist, weil gute Argumente fehlen, dann kommt halt die Behauptung, die Neuerung würde viel kosten und nichts bringen. Doch die Initiative für den Schutz vor Waffengewalt (also genau genommen eine Antiwaffen- und sicher keine Waffen-Initiative) will vor allem und in erster Linie mehr Sicherheit.

Die Initiative verfolgt zwei einfache Hauptforderungen:

  • Sturmgewehre ins Zeughaus: Armeewaffen in Privatbesitz sind gefährlich, da sie bei Kurzschlusshandlungen zur Verfügung stehen (Suizide und Gewaltdelikte), aber auch als Drohung gegen Familienangehörige missbraucht werden können. Nach der Rekrutenschule oder dem Wiederholungskurs sollen die Waffen daher im Zeughaus bleiben. Dort sind sie sicher versorgt.
  • Waffenregister zur Verbrechensbekämpfung: Die Einführung eines zentralen Waffenregisters erleichtert der Polizei die Arbeit. Präventiv, da vor einem Einsatz bekannt ist, was an einem Ort für Waffen vorhanden sind. Und wenn ein Verbrechen geschehen ist, hilft das Waffenregister bei der Aufklärung. Wenn in der Schweiz jedes Auto, jede Kuh und jeder Hund registriert ist, warum dann bei gefährlichen Waffen eine Ausnahme?

Jedes Jahr kommen 300 Menschen durch Schusswaffen ums Leben. Das sind 300 zu viel. Studien zeigen: Je mehr Schusswaffen im Umlauf sind, desto öfter kommt es im Affekt zu Morden und Suiziden. Umgekehrt gilt auch: Weniger Waffen bedeuten mehr Sicherheit, tödliche Kurzschlusshandlungen können verhindert werden. So viel also zum Nutzen. Übrigens richtet sich die Initiative ausdrücklich nicht gegen Schützen, Jäger oder Personen, die berufsbedingt eine Waffe benützen dürfen. Dies ist weiterhin problemlos möglich. Die Kosten für die Schaffung des Waffenregisters sind relativ gering. Daher ist die klebrige Aussage “nutzlos und teuer” sicher falsch. Wie kann man vernünftiger Weise gegen mehr Sicherheit sein? Ein Blick ins Forum der Waffennarren zeigt es: Es spiele viele irrationale Ängste von Leuten, die glauben, mit einer Waffe seien sie sicherer vor Gewalt als ohne. Dabei verkennen sie, dass die Chance mit einem Tötungsinstrument bei Unschuldigen viel Leid auszulösen (und selbst Jahre hinter Gittern verbüssen zu müssen) viel höher ist als die Chance, mit der Waffe in der Hand ein Verbrechen zu verhindern. Darum am 13. Februar: JA zum Schutz vor Waffengewalt.

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3 Gedanken zu „Nutzlos und teuer?

  1. Walter Roth

    Werden sich diese Schweizer, aufgewachsen in freiheitlicher Tradition, so einfach ihre Waffen, Sport und Jagdgeräte enteignen lassen…..? Die Initiative auferlegt dem auch zukünftig noch Waffen besitzen wollenden einen Bedürfnisnachweis, sagt aber nichts darüber aus, wie so ein Bedürfnis begründet ist.
    Was also werden die Waffenbesitzer tun, ……….ihre Waffen verstecken, das werden sie tun. Es wird also per Gesetz viele tausend Waffenbesitzer geben die nun deswegen in die Illegalität gedrängt werden. […]

    Wie ich mit dutzenden von Statistiken belegen könnte, wird sich dadurch das man dem Bürger der Schweiz die Waffen verwehrt und den Besitz zunehmend verweigert, rein gar nichts an den Gewalttaten ändern, je es muss angenommen werden das diese sogar stark ansteigen. Wenn wir aus dem Ländern wie Australien, England, USA und Luxemburg etwas lernen, so doch das die entwaffnung des
    ehrlichen Bürgers sogar klar kontraproduktive Folgen für die Gesamtsicherheitslage hat.
    Warum also Gesetze erlassen, welche die Freiheiten anderer Bürger beschränkt, die Sicherheit aber verschlechtert…..??

    1. Raffael Artikelautor

      1. Es ist üblich, dass eine Initiative nicht gleich alles regelt. Die Ausführung einer Initiative – sollte sie angenommen werden – obliegt immer dem Parlament. Dieses müsste dann bestimmen, wie man das mit dem Bedürnisnachweis regelt. Kein Problem, das läuft immer so, jetzt aktuell mit der Ausschaffungsinitiative.
      2. Ich gehe davon aus, dass die Schweizer sich an die Gesetze halten und ihre Waffen abgeben. Von einigen Spinnern abgesehen, haben alle ihre Taschenmunition abgegeben, als dies als erster Schritt vor wenigen Jahren verfügt wurde. Ebenfalls zeigen viele in jüngster Zeit durchgeführte Aktionen, dass viele Bürgerinnen und Bürger gern freiwillig ihre Waffen abgeben. Sie fühlen sich sicherer, wenn sie alte Waffen aus ihren Haushalten loswerden können.
      3. Die angeführten Beispiele kann ich nicht nachvollziehen. Schauen Sie bitte mal diese Studien an, die alle von Wissenschaftlern erstellt wurden und z.T. in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

      “Schusswaffen gehören nicht in die Wohnung. Gelegenheit macht Tote.” (Martin Suter, Autor)
      “Die Sache ist doch ganz einfach: Wo weniger Waffen sind, fallen weniger Schüsse. Wo weniger Schüsse fallen, sterben weniger Menschen. Am 13. Februar JA zum Leben.” (Charles Clerc, Moderator)

  2. Johann Paulus

    Obwohl ich mit Schützen und Sammlern nichts am Hut habe, entschied ich mich für ein Nein. Ich als liberaler bürgerlicher Stimmbürger bin dagegen, dass gesetzestreue Mitbürger unter Generalverdacht gestellt und enteignet werden. Ausserdem gibt es keine konkrete Argumente der Initianten und Befürworter, die diese grossen Einschnitte in die Freiheit einer grossen Anzahl unserer Mitbürger, die einen sicheren Umgang während Jahrzehnten bewiesen haben rechtfertigen.

    Unsere heute gültige Verfassung und die darauf basierenden Gesetze und Verordnungen erlauben den privaten Waffenbesitz mit gewissen Ausnahmen. Nur Missbräuche werden geahndet.

    Neu soll nun ein Waffenverbot in der Verfassung verankert werden. Es ist zukünftig grundsätzlich verboten eine Waffe zu besitzen, nur Ausnahmenregelungen erlauben diesen Besitz noch! Es ist tatsächlich so, dass nach einer Annahme dieser Initiative der private Waffenbesitz verunmöglicht würde.

    Es wird zu vielen Enteignungen von legalen Waffenbesitzern kommen. Einige Sammlerstücke erreichen Preise bis 250’000 Franken. Dem Bund kommen also die Enteignungen teuer zu stehen: es müssen mit mehreren Milliarden Franken gerechnet werden.

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